Winkelhaid verschenkt den Sieg

Ein Bruch

Kein Zugriff in Halbzeit 2: Verena Götz und die Damen des TSV Winkelhaid geben in Freising eine deutliche Führung aus der Hand. | Foto: Rainer Lehmann2019/11/Winkelhaid-Handball-Goetz-Freising-online.jpg

WINKELHAID – Die Handball-Damen des TSV Winkelhaid dominieren die erste Hälfte in Freising und 
führen zeitweise mit neun Toren Vorsprung. Dann aber verlieren sie Zugriff, Kontrolle und sogar das Spiel.

28:33 nach 17:11-Pausenführung: Bei der HSG Freising-Neufahrn haben die Winkelhaider Damen zwei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg liegen lassen und die Chance vertan, sich ins Tabellenmittelfeld abzusetzen.

„Das kann passieren, Handball ist ein schneller Sport“, meint TSV-Trainer Sebastian Wilfling zur Tatsache, dass ein Team einen Vorsprung von bis zu neun Toren verspielt. Doch er schränkt sofort ein: „Aber am Sonntag ging das schon rapide. Wir haben das in acht oder neun Minuten vergeigt.“ Besonders ärgerlich ist die Niederlage, weil der TSV mit einem Sieg vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge geschaffen hätte. So aber hat Freising zu den Winklehaiderinnen aufgeschlossen.

Dabei startete der TSV sehr gut in die Partie. Im Angriff wurde der Ball schnell durchgespielt und so der nötige Raum geschaffen für Durchbrüche oder Würfe aus dem Rückraum, der von allen drei Positionen gefährlich war. In der Abwehr setzte man von Beginn an auf eine Manndeckung gegen Anna Sophia Meyerhofer. Diese zeigte auch Wirkung: Die Freisingerinnen hatten große Probleme, sich Chancen zu erarbeiten. Ließ die Abwehr der Winkelhaiderinnen dennoch einen Wurf zu, war Tanja Seger zur Stelle und parierte einige 100-prozentige Torchancen.

Durch Ballgewinne zog der TSV seine zweite Welle an und brachte die unsortierte Abwehr der Freisingerinnen in Bedrängnis. Vor allem Jana Wanzek überzeugte in dieser frühen Phase mit gleich fünf Treffern. So stand es bereits nach zehn Minuten 2:6 und nach weiteren 15 Minuten 7:16. Dieser Neun-Tore-Vorsprung begann zum Ende der ersten Halbzeit bereits zu schmelzen: Unkonzentriertheiten in der Abwehr und unüberlegte Aktionen im Angriff ließen die Heimmannschaft bis zur Pause auf sechs Tore herankommen.

Schredl zerlegt den TSV im Alleingang

In der Halbzeit appellierte Wilfling an die Mannschaft, wieder mehr als Team zu agieren und durch Auslösehandlungen die Freisinger Deckung auseinanderzuziehen. In der Abwehr sollte weiterhin konsequent agiert werden. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch komplett.

„Die Mannschaft muss sich den Vorwurf machen, dass sie vom Kopf her in der zweiten Halbzeit nicht mehr auf der Höhe war“, erklärt Wilfling, weshalb der Zugriff auf die Gegenspielerinnen in der Defensive verloren ging. „So konnte Freising locker-flockig den Rückstand aufholen.“ Innerhalb von neun Minuten egalisierte die HSG den Sechs-Tore-Rückstand und ging in der Folge erstmalig in Führung (20:19 nach 41 Minuten).

Besonders Christina Schredl bereitete den Damen des TSV Probleme: Sowohl vom Siebenmeter-Punkt als auch aus dem Spiel heraus zeigte sie sich treffsicher und warf für ihre Mannschaft insgesamt 19 Tore. „Es wurde ihr aber auch leicht gemacht. Wir haben Lücken gelassen und sie musste mit ihrer körperlichen Wucht nur geradeaus durchgehen“, meint Wilfling.

„Müssen das über die Zeit bringen“

Die Tatsache, dass die Winkelhaiderinnen allein in der zweiten Halbzeit insgesamt zwölf Minuten in Unterzahl zu spielen hatten, die Heimmannschaft aber lediglich zwei Minuten, machte das Unterfangen, die zwei Punkte doch noch zu erkämpfen, nicht leichter. Als Ausrede lässt Wilfling die Linie der Schiedsrichter allerdings nicht gelten. „Auch wenn es bei den Strafen mal ein Ungleichgewicht gibt, müssen wir einen Neun-Tore-Vorsprung einfach über die Zeit bringen.“

Zehn Minuten vor Schluss gelang den HSG-Damen die erste Drei-Tore-Führung. Fünf Minuten vor Spielende schien es noch einmal möglich zu sein, das Spiel zu drehen, als Christina Räbel und Verena Götz mit je einem Treffer den Rückstand auf zwei Tore minimierten. Den alten Vorsprung stellte die HSG aber schnell wieder her und gewann letztlich mit 33:28.

Nächste Woche wartet mit der HSG Würm-Mitte ein Aufstiegskandidat auf die Damen des TSV. In diesem Spiel wird es deutlich schwerer sein, zwei Punkte mitzunehmen, als an diesem Sonntagnachmittag.

Für den TSV Winkelhaid spielten: Bauer, Seger (beide im Tor). Räbel (4/3); Seidel (5); Götz, V. (5/1); Meyer; Götz, K. (3); Weiler (2); Spychala (3); Bachmeier; Wanzek (6).

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