Flutlichtspiel am Freitagabend

Rivalität auf Zeit

Bildeten einst das Trainer-Duo beim SV Seligenporten: Florian Schlicker (links) und Serdal Gündogan. | Foto: Zink2019/11/Feucht-Trainerduo-Schlicker-Guendogan-online.jpg

FEUCHT – Gegen die SG Quelle Fürth trifft Florian Schlicker mit dem SC Feucht auf seinen Freund Serdal Gündogan.
 Nach der langen Zusammenarbeit in Seligenporten können sich die beiden Trainer taktisch nichts mehr vormachen.

„In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche.“ Die Aussage des früheren FCN-Trainers Hans Meyer wurde 2007 von der deutschen Akademie für Fußballkultur zum Spruch des Jahres gekürt. Ein Satz, der auch die bisherige Spielzeit in der Landesliga Nordost treffend beschreibt, bietet sich doch Woche für Woche das gleiche Bild auf den Sportplätzen.

Wo auch immer der SC Feucht aufschlägt, sind sich die Anwesenden, ganz gleich ob Trainer, Spieler oder Besucher, einig: Der Sportclub spielt in einer eigenen Liga und ist in dieser Saison kein Maßstab für die übrigen 17 Landesligisten.

Schlicker bleibt am Boden

„Da ist schon auch viel Eigenschutz der jeweiligen Vereine dabei“, winkt SC-Trainer Florian Schlicker ab und ergänzt: „Wir sind es mittlerweile gewöhnt und lassen uns davon sicherlich nicht blenden.“ Ergebnisse, die die Feuchter Dominanz widerspiegeln, gab es in der jüngeren Vergangenheit zuhauf. Dem 3:0 beim Verfolger FSV Stadeln folgte ein 6:1-Kantersieg gegen den SV Schwaig. In Herzogenaurach siegten die Zeidler vergangenen Sonntag trotz der Ausfälle von fünf Stammkräften spielend leicht mit 5:0.

Folge der Überlegenheit ist ein beruhigendes Acht-Punkte-Polster auf den Zweitplatzierten SC Schwabach 04, der Vorsprung auf Rang drei beträgt gar elf Zähler. „Meine Jungs wissen um die Schwere der kommenden Aufgaben und bleiben weiterhin fokussiert“, raubt Schlicker der Ligakonkurrenz die Hoffnung, seine Mannschaft würde aufgrund der unangefochtenen Tabellenführung vor der nahenden Winterpause vielleicht einen Gang zurückschalten.

Der nächste Herausforderer, der sich dem Aufstiegsfavoriten in den Weg stellen möchte, ist die SG Quelle. Wie unangenehm das Team aus dem Fürther Westen sein kann, wurde im Hinspiel deutlich: Nach hart umkämpften 90 Minuten stand ein torloses Unentschieden, erstmals in der aktuellen Spielzeit ließen die Feuchter zwei Punkte liegen. Neben knackigen Zweikämpfen hatte die Partie auch eine Kuriosität zu bieten: Feuchts Noah Mengi traf zum vermeintlichen 1:0, der Ball gelangte jedoch durch ein Loch im Außennetz hinter die Linie und wurde folglich aberkannt.

Wiedersehen zweier Kumpel

Mehr als nur ein Punkt soll Freitagabend (19 Uhr) im Waldstadion herausspringen. Für Florian Schlicker ist das Duell mit der Quelle aus Fürth auch ein Wiedersehen mit seinem Freund und langen Weggefährten Serdal Gündogan. Gemeinsam trainierten die Beiden jahrelang den SV Seligenporten, ehe sich ihre Wege 2017 trennten. „Wir haben nach wie vor ein super Verhältnis und stehen auch privat noch in Kontakt“, freut sich der 38-Jährige auf die Begegnung mit seinem einstigen Co-Trainer. Zumindest für 90 Minuten wird die enge Männerfreundschaft allerdings in Rivalität umschlagen.

Große taktische Überraschungen sind nach der langen Zusammenarbeit nicht zu erwarten. „Natürlich wissen wir beide, wie der andere spielen lässt. Trotzdem ist die Quelle eine eklige Mannschaft – im positiven Sinn. Sie ist bissig, zweikampfstark und kann jeden Gegner gut bearbeiten“, erwartet Schlicker erneut eine kampfbetonte und intensive Partie.

Unterschätzen werden die Zeidler den Gegner aus Fürth jedenfalls nicht. Zu gut bestückt ist die Quelle, um sie auf die leichte Schulter zu nehmen. Sebastian Glasner sammelte bei Erzgebirge Aue und Energie Cottbus bereits Zweitliga-Erfahrung, Offensivspieler Ahmet Kulabas ging einst für den 1. FC Heidenheim und Wacker Burghausen in Liga drei auf Torejagd. Mit Lino D‘Adamo trägt außerdem ein Ex-Feuchter das Quelle-Trikot. „Unsere Aufgabe wird es sein, als Mannschaft wieder gut zu verteidigen“, fordert der Feuchter Coach die nötige Einstellung von seinen Jungs.

König kehrt zurück

Personell kann Florian Schlicker aus dem Vollen schöpfen. Neben Julian Schäf ist auch der zuletzt rot-gesperrte Stephan König wieder einsatzbereit. Ob der Torjäger (15 Tore) allerdings gleich von Beginn an ran darf, bleibt abzuwarten. „Klar ist Stephan immer eine Option für die Startelf. Aber die anderen haben es ohne ihn zuletzt auch sehr gut gemacht“, hält sich der SC-Trainer alle Optionen offen.

Ob mit oder ohne König: Die Zeidler wollen ihre Heimbilanz (sieben Siege, zwei Unentschieden) ausbauen und hoffen gleichzeitig auf einen Ausrutscher von Verfolger Schwabach beim FSV Erlangen-Bruck. Die Ausgangslage könnte besser kaum sein, bestätigt Schlicker: „Es ist momentan extremer Zug im Training. Alle Spieler sind fit, jeder will spielen. Für den Konkurrenzkampf ist das eine super Situation.“

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch